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Integrierte medizinische Curricula betonen Studenten-orientierte Lernformate. Dabei wird von Seiten der Lehrenden manchmal die Gefahr gesehen, dass essen­ti­elle Lerninhalte verloren gehen könnten. In der vorliegenden nicht-kontrollierten Studie wurde nun eine quantitative und qualitative Analyse einer kurzen Seminar­sequenz, bei der problem-orientiertes Lernen und Elemente des "Team learning" kombiniert wurden, durchgeführt, wobei besonderes Augenmerk auf die Beherrschung dezidierter Lernziele gelegt wurde.
In drei Seminarstunden im Abstand weniger Tage wurden sieben Gruppen mit je sechs bis 12 Studierenden betreut. Multiple-Choice-Tests wurden zu Beginn und am Ende des Seminars durchgeführt.  Zusätzlich wurde das mündliche Feedback der Studierenden protokolliert.
In jeder Gruppe zeigten die Abschlusstests deutlich höhere Werte richtiger Antworten (89-100 %) gegenüber den Eingangstests (40-69 %; p < 0.01). Es bestand keine Korrelation zwischen den Ergebnissen des Eingangs- und denen des Abschlusstests, so dass die Ergebnisse tatsächlich den Lernfortschritt während des Seminars widerspiegelten. Alle Gruppen beurteilten die Seminar­sequenz positiv. Sechs von sieben Gruppen äußerten, dass sie das hier verwen­dete kombinierte Format einem reinen problem-orientierten Seminar vorziehen würden. Die Studie zeigt, dass "Team learning"-Elemente in wirkungsvoller Weise mit problem-orientiertem Lernen kombiniert werden können.

25.02.2007 | Josef SMOLLE (Graz)

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